 |
| © Archiv Demmer (2) |
SSamowar bedeutet übersetzt "Selbstkocher". Früher wurden die ursprünglich mit Holzkohle beheizten Samoware elektrische sind erst seit den fünfziger Jahren gebräuchlich
hauptsächlich dazu verwendet, den Heißwasserbedarf einer Familie zu decken.
Erfunden wurde das Gerät Mitte des 18. Jahrhunderts. Der erste namentlich bekannte Erzeuger war ein Schlossermeister namens Ivan Litsin. Als Vorlage diente ihm der so genannte "Sbitternik", der für die Zubereitung eines russischen Getränks namens "Sbitten" diente eine Mischung aus Bier, Honig und Gewürzen, die anno dazumal an Passanten auf der Straße gereicht wurde.
Erst als Tee immer salonfähiger wurde und man selbst im Palast des Zaren dieses heiße Getränk zu schätzen begann, wurde der Heißwasserkocher kurzerhand zum Teebrunnen umfunktioniert. So wurde der Samowar zum ständigen Reisebegleiter der damaligen High Society Russlands, und sogar der berühmte russische Feldmarschall Michail Kutusow wollte während seiner Feldzüge nicht darauf verzichten.
Die Formen der Samoware waren mannigfaltig, da die Beliebtheit dieses praktischen Teekochers natürlich auch das Kunsthandwerk anregte.
Interessant ist vor allem die Vielfalt, die hier zu finden ist, denn früher war es üblich, dass jeder einzelne Teil des Samowars von einem anderen Handwerker angefertigt wurde. So gab es zum Beispiel den so genannten "Navodiltschik", welcher den Körper des Samowars anfertigte. Andere Werkstätten spezialisierten sich wiederum auf Hähne, Ringe, Griffe oder Ventile und produzierten somit viele kleine Kunstwerke, die dann schließlich zu einem Ganzen zusammengefügt wurden.
So kann man zwar Ähnlichkeiten erkennen, doch jeder Meister änderte seine Lieblingsformen von Mal zu Mal ein wenig ab. Daher lässt sich auch die ungeheure Vielfalt erklären, die unter den Samowaren zu finden ist. In ganz Russland wird man es schwer haben, genau den gleichen Samowar ein zweites Mal zu finden. Eine der größten Sammlungen historischer Samoware wird im Staatsmuseum in St. Petersburg aufbewahrt.
Samoware sind heute nicht nur in Russland, sondern auch in der Türkei und in Afghanistan in Verwendung. Oft werden sie aber nur noch zu bestimmten Festtagen aufgeheizt. Vermutlich deshalb schmeckt der Tee, der traditionellerweise in Gläsern serviert wird, so gut. Am besten mundet das russische Getränk, wenn man das Glas zu einem Drittel mit dem Teekonzentrat, das auf einer Kanne auf dem Samowar steht, und den Rest mit heißem Wasser aus dem Samowar füllt. Dazu werden üblicherweise besonders süße Konfitüren und Kompotte gereicht oder einfach Zucker.
Wie eh und je strahlt auch heute noch der dickbauchige Samowar vor allem Gemütlichkeit und Gastlichkeit aus, was früher sicher dazu beitrug, das harte Leben in den weiten Wäldern Russlands zu erleichtern. J. D.
Unser Tipp: Verwenden Sie am besten chinesische Teesorten, da diese eine kräftige, aromatische Tasse ergeben, ohne durch das lange Warmhalten nachzubittern. Blumige Tees, wie z.B. Darjeelings, Assams oder Ceylon-Tees, sind für den Samowar nicht geeignet.
Probieren Sie einmal eine Mischung aus 4 Teilen Golden Yunnan und 1 Teil Lapsang Souchong! Das ergibt ein exzellentes Getränk mit einem erstaunlich blumigen Aroma und eignet sich bestens für den Samowar.
|
Aus unserem Sortiment empfehlen wir: |
3201 | | Nicht verfügbar | EUR --,-- | 2291 | | Nicht verfügbar | EUR --,-- | 2211 | | Nicht verfügbar | EUR --,-- | 2181 | | Nicht verfügbar | EUR --,-- |
|